Getragen bis zum Ziel

    Als ich letztens durch einen kleinen Ort fuhr, fiel mir auf dem Gehweg ein Vater mit seiner kleinen Tochter auf. Der Vater trug sowohl seine Tochter, als auch deren Tretroller. Ich malte mir aus, wie die Geschichte begonnen haben könnte.

    Stellen wir uns folgende, nicht ganz abwegige Situation vor: Die Familie ist zu Hause und der Vater sagt, dass er schnell zum Einkaufen gehen möchte. Seine Tochter möchte unbedingt mitkommen. Der Vater erklärt dem Mädchen, dass der Weg zu weit sei und er es nicht mitnehmen könne. Das Mädchen ist traurig und bettelt, mitkommen zu dürfen. Wieder erklärt der Vater, dass der Weg zu weit und das Mädchen zu klein sei, um so einen weiten Weg mitzukommen. Doch die Tochter erklärt dem Vater, dass sie durchhalten werde und es mit dem Roller ja wirklich kein Problem sei. Außerdem habe sie schließlich letzte Woche den Weg zum Kindergarten (nicht einmal ein Viertel der jetzigen Strecke) auch durchgehalten. Der Vater lässt sich erweichen und es kommt, wie es kommen musste. Das Treten ist anstrengend und die Tochter nach einem Drittel der Strecke erschöpft. Eine Weile versucht sie noch, den Roller zu bewegen, aber sie kann nicht mehr. Tränen kullern über ihre Wangen und sie ruft ihren Vater, der schon ein paar Schritte vor ihr ist, und bittet ihn um Hilfe. Dieser sieht, wie sich das Mädchen mit eigener Kraft abgemüht hat, aber nicht mehr kann. Er nimmt die Tochter auf den Arm, den Roller in den anderen, und marschiert so seinen Weg weiter.

    Damit sind wir wieder bei der Ausgangssituation. "Was hat diese Geschichte aber mit uns zu tun?", wird sich der ein oder andere jetzt vermutlich fragen. Verhalten wir uns nicht auch oft wie die Tochter in unserer Geschichte? Wir möchten etwas tun und denken, dass wir durchhalten, weil wir uns stark fühlen, eine ähnliche Situation auch schon erlebt und das "richtige Handwerkszeug" haben. Aber kurz nach dem Start müssen wir aufgeben. Die Kraft reicht nicht aus. Weil wir es aus eigener Kraft versucht haben. Doch Gott ist treu. Wenn wir zu Ihm rufen, Ihm unsere Schwachheit eingestehen und Ihn um Hilfe bitten, dann wird Er uns aufheben und tragen und mit Seiner Kraft unterstützen, sodass wir am Ziel angelangen.

    2.Korinther 12,9: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht.
    1.Korinther 1,9: Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

    S.