Überreich versorgt

    Nach einer OP vor einigen Jahren, stellte sich sehr schnell heraus, dass die OP nicht optimal verlaufen war. Ich würde lange Zeit Probleme haben. Da wurde ich das erste Mal damit konfrontiert, den Arzt, bzw. die Praxis zu verklagen. Und eigentlich stand die Entscheidung sehr schnell fest, dass ich das nicht wollte. Zum einen hatte ich dafür keine Kraft, zum anderen vertraute ich darauf, dass Gott für mich sorgen würde. So vergingen nun die Monate, in denen ich Krankengeld erhielt, bis mir die Krankenkasse eröffnete, dass sie nur noch kurze Zeit zahlen würden, weil mein Anspruch nach deren Berechnungen auslaufe. Ich solle mich um Arbeitslosengeld bemühen, was ich dann auch tat. Als dieses dann kurz vor dem Ende stand, legte man mir nahe, Sozialhilfe zu beantragen. Als ich die Anträge vor mir auf dem Tisch liegen hatte, wurde mir bewusst, dass ich nun VOLLKOMMEN von Gottes Fürsorge abhängig war, denn Sozialhilfe war so ziemlich das letzte, was ich beantragen wollte. Ich flehte zum Herrn Jesus, doch irgendwas zu unternehmen, damit mir dieser Schritt erspart bliebe. Ca. eine Woche, bevor mein Arbeitslosengeld auslief, erhielt ich einen Anruf meiner Krankenkasse, die mir erklärte, dass mein Anspruch nun doch noch ein paar Monate länger ginge und ich nach dem Arbeitslosengeld erstmal wieder Krankengeld erhielte. Mein Gesundheitszustand hatte sich mittlerweile so stabilisiert, dass Arbeit wieder möglich wurde, allerdings nicht mehr in meinem erlernten Beruf. Ich schrieb Bewerbungen, doch alles nur Absagen. Wer wollte schon eine ungelernte und langzeitkranke Mitarbeiterin!?! Das Ende der Zahlungen rückte näher und ich wusste nicht, wovon ich künftig meine Miete bezahlen sollte. Keine Arbeit, kein Einkommen, keine Ersparnisse, nichts. Nun war der Zeitpunkt, wo viele Menschen mir rieten, den Arzt doch noch zu verklagen. Der Gedanke war zeitweise schon verlockend! Doch immer wieder fiel mir ein, dass ich gesagt hatte, dass ich den Arzt nicht verklagen werde. Und nach der treuen Versorgung, die ich bisher erfahren durfte, wäre es eine Verspottung Gottes gewesen. So vertraute ich auch dieses Mal wieder auf die Fürsorge des Herrn. Und entgegen seiner Gewohnheiten, unterstützte mich mein Vater über einige Monate, ohne dieses Geld zurückzufordern! Und obwohl ich über die Jahre immer weniger Geld zur Verfügung hatte, hatte ich zu jeder Zeit mehr als genug! Vor allem durfte ich die Erfahrung machen, dass der Herr Jesus treu ist und zu Seinen Verheißungen steht! Und zwischenzeitlich habe ich sogar Arbeit gefunden!

    "Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?" (Matthäus 6,25.26).
    "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage hat" (Matthäus 6,33.34).

    S.

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