PC wider Erwarten in Ordnung

    Als Computerhändler sollte ich für einen Kunden einen PC aus gekaufter Hardware zusammenbauen. Die Teile kamen an einem Mittwoch, und ich versuchte, eine Grundkonfiguration bzw. Aufbau (Mainboard, Prozessor, SSD und Arbeitsspeicher) zusammen zu stellen und zu testen. Leider lief sie nicht, und ich war der Meinung, es läge am Mainboard. Also bestellte ich ein weiteres Mainboard und informierte den Kunden, dass am Freitag oder Samstag mit der Auslieferung des fertigen PCs zu rechnen sei.

    Doch auch nachdem das zweite Mainboard am Freitag kam, lief der Aufbau damit immer noch nicht, außer, als ich kurz einmal mit meinem Finger das Mainboard berührte. Da hatte ich große Hoffnung, die jedoch gleich wieder enttäuscht wurde: Er lief wieder nicht.

    Mittlerweile hatte ich viel für die Angelegenheit gebetet und beten lassen. Die ganze Angelegenheit, und insbesondere das nicht Einhalten-Können von Terminen dem Kunden gegenüber, belastete mich sehr.

    Ich entschloss mich dann schweren Herzens, den Aufbau zu einem lokalen Computergeschäft zu bringen, die mir Freitag Mittag zugesichert hatten, den Auftrag noch an selbigem Tag anzunehmen und mit dessen Test zu starten. „Es könne aber bis Samstag dauern“, sagte man mir. Ich war innerlich sehr zerissen.

    Am Samstag Mittag rief ich beim diesem Computerladen an, wo man mir, wie erwartet, mitteilte, dass der Aufbau nicht lauffähig war. Ich sagte, ich würde diesen dann am frühen Nachmittag abholen. Dem Kunden sagte ich in einem Telefonat, ich würde ihm einen provisorischen Rechner mit dem wichtigsten einrichten. Dann fuhr ich zum Computerladen.

    Dort am Tresen angekommen, sah ich den Techniker traurig an. Doch dieser meinte, dass System hätte er zum Laufen gebracht. Das haute mich fast um, und meine Stimmung änderte sich von Niedergeschlagenheit in Dankbarkeit dem Herrn gegenüber. Grund des Defektes war ein Pin am Prozessor, den ich beim Einbau verbogen hatte, so zeigte man mir auch auf einem Foto. Der Techniker hatte ihn zurückgebogen, und meinte dazu: „Seien Sie froh, dass er nicht abgebrochen ist, dann wäre der ganze Prozessor (für 90 Euro) kaputt gewesen.“

    So konnte ich – Gott sei Dank – noch an jenem Samstag den Rechner fertigstellen und ihn anstelle eines Provisoriums an den Kunden ausliefern.

    G.